Ungeplant! Das letzte Salami-Brötchen. Nummer 2 macht sich auf den Weg…

Da ist sie wieder, diese eigenartige Magen-Darm-Grippe, gepaart mit einer unbändigen Müdigkeit. Die plötzlichen Heißhungeranfälle. Du fühlst dich so schlapp, irgendwie abgeschlagen. Du fragst dich: „Woher kommt das denn jetzt?“ Ganz hinten, in der letzten Ecke deines Kopfes fängt eine winzige Ahnung an, sich breit zu machen. Noch schenkst du ihr kein Gehör, versuchst sie zu ignorieren. Und doch… es ist nicht das erste Mal. Irgendwas kommt dir bekannt vor. Du hast es schon mal erlebt. Wann war das noch?

Zum Frühstück isst du noch einmal ein Salami-Brötchen. Zum Mittagsessen streust du dir ein letztes Mal (viel) Parmesan über die Nudeln. Erst danach gestehst du dir ein, dass du dir evtl. selbst etwas vormachst. Das irgendwas komisch ist. Dass das nicht normal ist. Du schaust an dir runter: Dein Bauch ist ganz flach. Nix zu sehen. Es soll Frauen geben, die mit ihrem ungeborenen Kind innerlich kommunizieren könne. Du konzentrierst dich, fragst: „Hallo, ist da jemand?“… aber es kommt keine Antwort. Aber Moment… vielleicht kommt doch eine Antwort. Eine Antwort, die nicht aus Worten besteht. Eine Antwort, die ein Gefühl ist. Da ist noch jemand.

Diese Ahnung

Das Gefühl: Ganz klar! Der Kopf sagt noch: „Nein, das kann nicht sein!“ Oder? Kann es doch sein? War da nicht was? Das eine Mal? Wann war das eigentlich? Wie lange ist das her? Du versuchst dich zu erinnern… und scheiterst. Es war doch nur einmal. Das ist doch wirklich SEHR unwahrscheinlich….

Doch die Ahnung macht sich breiter, sie weitet sich, weitet ihren Platz aus und macht sich breiter und breiter. Doch eine Ahnung reicht nicht. Gewissheit muss her, ist aber irgendwie auch schon da. Was der Mann wohl sagt? Es passt doch gerade nicht.

Der Weg zur Apotheke kommt dir unendlich weit vor. Es ist nur ein kleiner Berg dorthin. Warum kommst du so schnell außer Atem? Vielleicht bist du auch krank? Es fühlt sich an wie eine Krankheit. Schwangersein ist doch keine Krankheit? Normalzustand ist das aber auch nicht.

Du bestellst einen Test bei der Apothekerin und fragst dich, was diese wohl gerade denkt. Kann sie dir ansehen, dass das nicht geplant war? Kann sie dir ansehen, dass eine weitere Schwangerschaft gerade nicht in dein Leben passt? Was ist mit dem Job? Als erfahrene Mami fällst du auf die Vereinbarkeitslüge nicht mehr herein. Es passt doch gerade wirklich nicht…

Gewissheit

Du pinkelst über das Stäbchen und fragst dich, wie oft du das in deinem Leben schon gemacht hast. Wie oft du minutenlang auf das Stäbchen gestarrt hast und darauf gewartet hast, dass sich ein zweiter Strich zeigt. Wie oft du enttäuscht warst, als der Strich einfach nicht kam. Wie oft, du das Stäbchen nochmal gegen das Licht gehalten hast um vielleicht doch noch einen Strich erkennen zu können. Heute musst du nichts gegen das Licht halten. Es sind zwei Striche. Der eine so dunkel wie der andere. Klar und deutlich. Du bist schwanger. In dir wächst ein kleiner Mensch. Hat sich eingenistet. Macht sich auf den Weg und möchte in ein paar Monaten bei dir sein.

Der Mann starrt dich an. Ob das dein Ernst ist? Vielleicht siehst du so aus, als ob du zu Späßen aufgelegt bist. Bist du nicht. Wie das denn passiert sein kann? Es gibt DEFINTIV doofe Fragen, er war ja dabei. „Aber das war doch nur einmal!“ Du möchtest wissen, ob er in Sexualkunde aufgepasst hat. Du fängst an zu weinen. Die Tränen rollen. Erst weinst du, weil ein Kind jetzt wirklich nicht passt. Dann weinst du, weil ihr euch nicht freut und ein Kind es doch verdammt nochmal verdient hat, dass man sich darauf freut. Dann weinst du, weil es zwar überhaupt nicht passt, dein Herz sich aber doch ein kleines bisschen wärmer anfühlt, wenn du an das neue Kind denkst. Dein Kind. Euer Kind.

Freude ?!

Der Mann schaut dich irritiert an. Versteht nicht warum du weinst. „Das kriegen wir schon hin“, sagt er etwas unbeholfen. „Das ist UNSER Kind!“ schreist du ihn an „Freu dich gefälligst!“ Er schaut ein bisschen irritiert, grinst dann etwas schief, sagt: „Ich dachte es passt gerade nicht, aber dann, ja dann freuen wir uns halt!“ Dann grinst ihr euch an, liegt euch in den Armen und die Wärme steigt durch euch hindurch und du bist sicher:

Das Kind war zwar nicht geplant, aber es ist willkommen!

Autor: Mama Esel

Viele Mütter WOLLEN heute gar nicht mehr perfekt sein. Sagen Sie. Schreiben Sie. Mutter Esel wäre es gerne. Hat aber festgestellt: Sie kann es nicht. Das größte Problem dabei ist, dass die Definition für "perfekt" entweder fehlt oder in gegensätzlichen Versionen gepredigt wird. Also lebt sie damit oft wie der "Esel" vorm Berg zu stehen. Oder auch mal unter dem Berg zu liegen. Dem Berg mit schmutziger Wäsche, Windeln und Kekskrümeln. Verursacht wird der Berg übrigens von den zwei süßesten Wirbelwinden der Welt: Wirbelwind 1 und Wirbelwind 2. Nummer 1 kam 2016 ENDLICH in Mama Esels Leben gewirbelt, Nummer 2 ist dann 2018 dazu gepurzelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.