Geburtshaus. Mütter auf der Suche nach der Erlebnisgeburt?

Ehrlich? Du möchtest dein Kind in einem Geburtshaus zur Welt bringen? Du hast doch schon mal eine Geburt mitgemacht? Du weißt noch wie das war? Du weißt auch, dass dich keiner gezwungen hat nach einer PDA zu fragen? Erinnerst du dich an die Schmerzen? Erinnerst du dich daran, dass ein Kaiserschnitt nötig war? Zweifelst du etwa an der Entscheidung des Oberarztes? Wie lange hast DU denn Medizin studiert? Was würdest du denn sagen, wenn du heute kein gesundes, glückliches Kind in den Armen halten würdest?

Du kannst die Geburt nicht verarbeiten? Vielleicht bist du ja auch einfach ein bisschen empfindlich. Wen kennst du denn, der nach der Geburt nicht in ernsthaftem Glauben gesagt hat „DAS mache ich NIE wieder!“ Keinen? Das hat vielleicht einen Grund.

Eine Geburt ist kein Selbstzweck!

Eine Geburt ist nun mal kein Zuckerschlecken. Spazierengehen geht anders. Dass das so ist, weiß man eigentlich, bevor man sich einen kleinen Mitbewohner in den Bauch setzen lässt. Wahrscheinlich hast du ein paar You-Tube-Videos zu viel gesehen, in denen sich eine Gebärende leichtfüßig in einen Gebirgsbach hockt und ihr Kind herausatmet. Nimm dir dein Lavendelöl doch einfach mit ins Krankenhaus!

Ja, ein Kaiserschnitt ist ächzend. Punkt. Doch der Rest der Geburt war auch nicht ohne. Erinnerst du dich? „Der Kaiserschnitt war das Beste an der ganzen Geburt“, die Worte stammen doch von dir! Bei der ersten Geburt wolltest du es auch ohne PDA versuchen. Du hast es nicht geschafft. Und jetzt? Du fühlst dich um das „Erlebnis Geburt“ betrogen? Worum genau? Um die Schmerzen, die in der Austreibungsphase nochmal schlimmer geworden wären? Und von wem überhaupt betrogen? Du hattest ein ganzes Team um dich herum und jeder hat sein Bestes gegeben. Du bist ein bisschen undankbar. Was würde so mancher Mensch in der dritten Welt darum geben in einem unserer Krankenhäuser entbinden zu DÜRFEN. Da geht es dann bei der Geburt wirklich nicht um ein „Erlebnis“ sondern, auch in der heutigen Zeit noch, um das blanke Überleben.

Denkst du auch mal an dein Kind?

Du weißt schon, dass es ein Glück ist, dass wir hier gut ausgestattete Krankenhäuser haben? Stellst du da nicht etwa dein Recht auf Selbstbestimmung über das Recht deines Kindes? Über das Recht deines Kindes in SICHERHEIT geboren zu werden? In maximaler medizinischer Sicherheit?

Du atmest tief durch…

du bleibst dabei. Es fühlt sich richtig an. Du hast auch Argumente. Du kennst Statistiken. Doch es ist nicht deine Aufgabe jemanden zu überzeugen. Es ist nur deine Aufgabe eine Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidung für dich. Eine Entscheidung für dein Kind. Eine Entscheidung, die sich nach sorgfältiger Abwägung richtig anfühlt.

Autor: Mama Esel

Viele Mütter WOLLEN heute gar nicht mehr perfekt sein. Sagen Sie. Schreiben Sie. Mutter Esel wäre es gerne. Hat aber festgestellt: Sie kann es nicht. Das größte Problem dabei ist, dass die Definition für "perfekt" entweder fehlt oder in gegensätzlichen Versionen gepredigt wird. Also lebt sie damit oft wie der "Esel" vorm Berg zu stehen. Oder auch mal unter dem Berg zu liegen. Dem Berg mit schmutziger Wäsche, Windeln und Kekskrümeln. Verursacht wird der Berg übrigens von den zwei süßesten Wirbelwinden der Welt: Wirbelwind 1 und Wirbelwind 2. Nummer 1 kam 2016 ENDLICH in Mama Esels Leben gewirbelt, Nummer 2 ist dann 2018 dazu gepurzelt.

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