Das letzte Kind… und die eigenartigen Gefühlsregungen einer Mutter

Es kommt der Tag, da bist du das letzte Mal über deine Grenzen hinaus gegangen, hast das letzte Mal dein Bestes gegeben, lächelst das letzte Mal (leicht debil wirkend) mit Tränen in den Augen das kleine Wesen an, das in den letzten 9 Monaten in deinem Körper gewachsen ist.

Bei dem Durchtrennen der Nabelschnur wird dir schlagartig klar, dass du nie wieder, nie in diesem Leben, so eng mit einem anderen Menschen verbunden sein wirst.

Der vermaledeite Begriff „SCHAFFEN“ und die Geburt

„Du schaffst das!“ Was für ein blöder Ausdruck, wenn man über das Thema Geburten spricht. Was soll den „schaffen“ im Zusammenhang mit Geburten überhaupt heißen? Heißt das, dass eine Kaiserschnitt-Mama es am Ende nicht „geschafft“ hat? Diese komische, esoterisch-verklärte Vorstellung von einer Geburt ist doch wohl ein bisschen überholt.

Und doch…“Ich schaff das!“ hast du dir vor deiner zweiten Geburt immer wieder eingebläut. Weil du wusstest, dass eine Geburt Kraft kostet. Weil du das Gefühl hattest, dass ein Geburtsverlauf nicht NUR Schicksal ist.

Du so: „Ich will im Geburtshaus entbinden!“ Mann so: „…“ Guckt wie Auto, nur nicht so schnell

„Ich will im Geburtshaus entbinden!“ Jetzt ist es raus. Du hast es ausgesprochen. Neugierig beobachtest du den Gesichtsausdruck deines Mannes. Was er wohl sagen wird? Nichts. Mann sagt erstmal nichts. Er guckt dich an. Er guckt wie Auto, nur nicht so schnell. Du versuchst es ein zweites Mal „Ich möchte das Baby dieses Mal im Geburtshaus zur Welt bringen. Was hälst du davon?“ Du sagst ihm nicht, dass die Entscheidung schon längst gefallen ist. Du sagst ihm nicht, dass er herzlich gerne ins Krankenhaus fahren darf. Alleine. Mit dir bestimmt nicht. Du tust erstmal so, als ob ihr die Entscheidung gemeinsam trefft. Du tust so, als ob ihr bei der Entscheidung gleichberechtigt seid. Als ob du über die Vor- und Nachteile mit ihm sprechen möchtest. Schließlich ist es euer beider Kind. Vielleicht findet er ja sogar, dass eine Geburtshaus-Geburt eine wunderbare Idee ist.

Geburtshaus. Mütter auf der Suche nach der Erlebnisgeburt?

Ehrlich? Du möchtest dein Kind in einem Geburtshaus zur Welt bringen? Du hast doch schon mal eine Geburt mitgemacht? Du weißt noch wie das war? Du weißt auch, dass dich keiner gezwungen hat nach einer PDA zu fragen? Erinnerst du dich an die Schmerzen? Erinnerst du dich daran, dass ein Kaiserschnitt nötig war? Zweifelst du etwa an der Entscheidung des Oberarztes? Wie lange hast DU denn Medizin studiert? Was würdest du denn sagen, wenn du heute kein gesundes, glückliches Kind in den Armen halten würdest?

Ungeplant! Das letzte Salami-Brötchen. Nummer 2 macht sich auf den Weg…

Da ist sie wieder, diese eigenartige Magen-Darm-Grippe, gepaart mit einer unbändigen Müdigkeit. Die plötzlichen Heißhungeranfälle. Du fühlst dich so schlapp, irgendwie abgeschlagen. Du fragst dich: „Woher kommt das denn jetzt?“ Ganz hinten, in der letzten Ecke deines Kopfes fängt eine winzige Ahnung an, sich breit zu machen. Noch schenkst du ihr kein Gehör, versuchst sie zu ignorieren. Und doch… es ist nicht das erste Mal. Irgendwas kommt dir bekannt vor. Du hast es schon mal erlebt. Wann war das noch?

Und plötzlich ist der Bauch leer… Kaiserschnitt: So eine Geburt ist doch zum Kotzen!

Eine natürliche Geburt. Das kann doch nicht so schwer sein. Schließlich machen Frauen das schon seit Ewigkeiten. Die Menschheit ist weit davon entfernt auszusterben! Die Gebärmutter zieht sich zusammen, das Kind dreht sich durchs Becken, du schreist ein bisschen rum und PADABÄNG, da liegt ein zuckersüßes Menschlein zwischen deinen Beinen. So war der Plan und alles hat ja auch so gut angefangen…

Du darfst dich nicht über das Kinderkriegen definieren! Zumindest nicht, wenn es nicht klappt…

Dass Menschen sich ein Kind wünschen ist völlig normal. Biologisch sinnvoll und so. Ab einem gewissen Alter wird es sogar fast erwartet, dass man sich ein Kind wünscht. Oder zwei. Einen Jungen und ein Mädchen. Das war schon bei der Oma so. Die wollte auch immer einen Jungen und ein Mädchen. Einen Jungen zuerst, damit das Mädchen später mal einen großen Bruder hat.

Dass man einen Kinderwunsch hat, muss man also nicht lange erklären. Zumindest nicht, wenn es auch irgendwann funktioniert.